a) Monographien
(7) Soziologie der Eliten, Wiesbaden (erscheint
Ende 2011).
(6) Vom Paternalismus zur Imagepflege – Eine empirische Untersuchung zur gesellschaftlichen
Verantwortung deutscher Wirtschaftseliten, Wiesbaden (erscheint im Frühjahr
2012) (zusammen mit Dieter Rucht).
(5)
Moderne und Gewalt. Zivilisationstheoretische Perspektiven auf das
20. Jahrhundert, Wiesbaden 2005.
(4)
Unternehmer und Politik in Chile. Eine Studie zum politischen Verhalten der
Unternehmer und ihrer Verbände, Frankfurt/M. 1995.
(3)
Klassenstrukturen in Lateinamerika. Eine komparative Studie zu den
sozialstrukturellen Folgen der Wirtschaftskrise der 80er Jahre in Argentinien
und Mexiko, Münster 1991.
(2) ‘Das
moderne Weltsystem’. Eine Kritik der Weltsystemtheorie Immanuel
Wallersteins, Marburg 1990.
(1)
Mexiko. Entwicklungsstrategische Alternativen, Marburg 1988.
b) Herausgeberschaften
(13) Dynamiken von Integration und Desintegration, Wiesbaden 2011, (im Erscheinen) (zusammen mit Wilhelm Heitmeyer).
(12) Jugendliche als Täter und Opfer von Gewalt, Wiesbaden 2009.
(11) Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen, Frankfurt/M., New York 2008 (zusammen mit Ferdinand Sutterlüty).
(10) Integration – Desintegration. Ein Reader zur Ordnungsproblematik moderner Gesellschaften, Wiesbaden 2008 (zusammen mit Wilhelm Heitmeyer).
(9) Profit oder Gemeinwohl– Fallstudien zur gesellschaftlichen
Verantwortung von Wirtschaftseliten,
Wiesbaden 2007 (zusammen mit Dieter Rucht).
(8) Gerechtigkeit – Demokratie – Frieden. Eindämmung oder Eskalation von
Gewalt? Baden-Baden 2007.
(7)
Integrationspotenziale moderner Gesellschaften, Wiesbaden 2005
(zusammen mit Wilhelm Heitmeyer).
(6)
Chile heute. Politik – Wirtschaft – Kultur, Frankfurt/M. 2004
(zusammen mit Dirk Messner und Detlef Nolte).
(5)
Oberschichten – Eliten – Herrschende Klassen, Opladen 2002
(zusammen mit Stefan Hradil).
(4)
Macht und Herrschaft. Sozialwissenschaftliche Konzeptionen und Theorien,
Opladen 1998.
(3)
Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einführung, 5.Aufl. , Wiesbaden 2010 (zusammen mit Ralf Zoll).
(2)
Neoliberalismus und Arbeitsbeziehungen in Lateinamerika, Frankfurt/M. 1997
(zusammen mit Rainer Dombois, Hans-Joachim Lauth und Peter Thiery).
(1)
Schuldenkrise und Dritte Welt. Stimmen aus der Peripherie, Köln 1987
(zusammen mit Dieter Boris, Ute Kampmann und Nico Biver).
Peter Imbusch: Soziologie der Eliten, Wiesbaden: VS-Verlag, 2011.
Eliten stellen in jeder Gesellschaft Akteure von strategischer Bedeutung dar. Obwohl sich die Erforschung der Eliten seit einiger Zeit wieder eines regen Interessen erfreut, ist ihre angemessene theoretische Konzeptionierung bis heute umstritten und das empirische Wissen über sie lückenhaft geblieben. Ausgehend von begrifflich-konzeptionellen Überlegungen beschäftigt sich das Buch mit bislang vernachlässigten oder zu kurz gekommenen Themen der Elitenforschung, nämlich den konkreten Verhaltensweisen von Eliten im gesellschaftlichen Strukturwandel, mit soziokulturellen Aspekten der Eliten sowie der aktuellen, aber keineswegs unproblematischen Rolle und Funktion von Eliten im Globalisierungsprozess.
Peter Imbusch: Moderne und Gewalt. Zivilisationstheoretische Perspektiven auf
das 20. Jahrhundert, Wiesbaden: VS-Verlag, 2005, 579 S.
Das 20. Jahrhundert stellt im Hinblick auf die Art und das Ausmaß seiner
Gewalt und Destruktivität ein Jahrhundert der Extreme dar. Gleichwohl ist die
vorherrschende Wahrnehmung der Moderne eine der erfolgreichen Einhegung und
gelungenen Zivilisierung von Gewalt. In ihren gängigen Selbstbeschreibungen
dominiert nach wie vor der „Traum von einer gewaltfreien Moderne“.
Dieses Widerspruchsmoment gilt es aufzulösen.
Das Buch fragt nach den Zusammenhängen von Moderne und Gewalt. Nach einem
Problemaufriss zum Verhältnis von Moderne und Gewalt werden zunächst in
ideen- und begriffsgeschichtlicher Perspektive die Bezüge von Zivilisation,
Kultur und Moderne zur Gewalt rekonstruiert. Am Beispiel der großen
Zivilisations- und Kulturtheorien von Sigmund Freud, Norbert Elias, Alfred
Weber, Max Horkheimer / Theodor W. Adorno analysiert es dann die
unterschiedliche Verarbeitung von Gewaltphänomenen wie dem Holocaust, dem
stalinistischen Terror und der Weltkriegsgewalt durch diese Zeitzeugen und
weist den systematischen Ort der Makrogewalt in ihren Theorien aus.
Abschließend begründet es angesichts der Widersprüche und Schwächen der
Theorien der genannten Autoren an den ausgewählten, konkreten Beispielsfällen
die Ambivalenz der Moderne in Bezug auf die Gewalt und führt damit
Perspektiven fort, wie sie ursprünglich von Zygmunt Bauman entworfen wurden.
Die These des Buches ist, dass die Makroverbrechen des 20. Jahrhunderts nicht
aus dem Rahmen der Moderne herausfallen, sondern die wohl fatalsten
Entwicklungsmöglichkeiten der Moderne darstellen.
Peter Imbusch: Unternehmer und Politik in Chile. Eine Studie zum politischen
Verhalten der Unternehmer und ihrer Verbände,
Frankfurt/M.: Vervuert-Verlag, 1995, 493 S
Vor dem Hintergrund einer Zeit beschleunigter politischer, wirtschaftlicher
und gesellschaftlicher Umbrüche wird das wechselhafte Verhältnis von
Unternehmern und Politik in Chile seit Anfang der 70er Jahre in seinen
unterschiedlichen Phasen und Etappen dargestellt: der langsame
Erosionsprozess der Macht der Wirtschaft bis in die 60er Jahre; der
Einflussverlust und die Bedrohung ihrer Positionen durch die
Enteignungspolitik der sozialistischen Regierung Allende; der Militärputsch
und die nachfolgende Installierung des Pinochet-Regimes; die
uneingeschränkte Unterstützung des und nachfolgende Entfremdung vom
Militärregime durch die Krise der ultraliberalen monetaristischen Politik
der Chicago-Boys; die Wiederannäherung an das Regime in Folge seiner seit
Anfang der 80er Jahre eher moderat-monetaristischen Politiken; die
Machtkalküle und Taktiken in der Absicherung ihrer Interessen im
Übergangsprozess zur Demokratie; ihre dominante und einflussreiche Position
unter den Regierungen der Concertación. In dem Buch werden die Unternehmer
und ihre Verbände als gewichtige soziale Akteure der Gesellschaft entworfen
und vor dem Hintergrund der Entwicklung Chiles und der
Organisationsstrukturen und Geschichte der Unternehmerverbände konkret ihr
politisches Verhalten unter der Diktatur und der nachfolgenden Demokratie
analysiert. Dabei zeigt sich zum einen, dass die Unternehmer nicht nur die
treibenden Kräfte im Sturz der Allende-Regierung waren, sondern auch, dass
jeweils unterschiedliche Unternehmerfraktionen in den einzelnen Etappen der
Diktatur das Militärregime entscheidend unterstützt und legitimiert haben.
Noch im Übergangsprozess zur Demokratie sprachen sie sich mehrheitlich für
die Kandidaten der Diktatur aus, so dass das nachfolgende Arrangement mit
der Demokratie häufig als reines Lippenbekenntnis wahrgenommen wurde. Zum
anderen stellt aber die Zeit des Pinochet-Regimes auch eine Phase der
gewaltsamen und beschleunigten Modernisierung des Landes dar, die erstmals
in der Geschichte zu einer dynamischen, marktorientierten Unternehmerschaft
in Chile geführt hat, die mit den Entwicklungspotenzialen des Landes auf
den Weltmarkt hin orientiert ist.
Peter Imbusch: Klassenstrukturen in Lateinamerika. Eine komparative Studie
zu den sozialstrukturellen Folgen der Wirtschaftskrise der 80er Jahre in
Argentinien und Mexiko, Münster: Lit-Verlag, 1991, 586 S.
Die vorliegende Studie untersucht die Veränderungen der Sozialstrukturen
Argentiniens und Mexikos seit Mitte der 70er Jahre. Die Arbeit gliedert
sich in drei Abschnitte: Der erste Abschnitt diskutiert unterschiedliche
sozialstrukturelle Modelle für die Dritte Welt. Der zweite Abschnitt
beschäftigt sich mit sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Aspekten der
Entwicklung Argentiniens und Mexikos. Im dritten Abschnitt werden die
sozialstrukturellen Veränderungen in Argentinien und Mexiko konkret und
detailliert untersucht. Dabei werden sowohl die Veränderungen im Ensemble
gesellschaftlicher Verhältnisse deutlich wie auch Verschiebungen
innerhalb einzelner Klassen und Schichten betrachtet. Am Ende der Studie
steht schließlich die Frage, ob und in wie weit die für Argentinien und
Mexiko feststellbaren Tendenzen und Veränderungen im lateinamerikanischen
Kontext verallgemeinerbar sind bzw. sie lediglich Spezifika der
untersuchten Fälle darstellen.
Der Autor vertritt die These, dass insgesamt eine starke Heterogenisierung
und Differenzierung der sozialen Strukturen beider Länder feststellbar
ist. Das Buch ist Grundlage für alle, die sich aus
sozialwissenschaftlicher Perspektive mit gesellschaftlichen Subjekten und
Akteuren beschäftigen.
Peter Imbusch: „Das moderne Weltsystem“. Eine Kritik der
Weltsystemtheorie Immanuel Wallersteins, Marburg: Verlag Arbeit und
Gesellschaft, 1990, 162 S.
Der US-amerikanische Soziologe Immanuel Wallerstein unternimmt in seinen
Schriften zur Weltsystemtheorie den Versuch, die weltgeschichtliche
Entwicklung seit dem 16. Jahrhundert mit einem einheitlichen theoretischen
Rahmen zu erklären.
„Das moderne Weltsystem“ – das ist mehr als die drei bislang erschienenen
Bände zur Geschichte des Kapitalismus. „Das moderne Weltsystem“ verkörpert
derzeit vielmehr die erfolgreichste Spielart der sogenannten
Weltsystemtheorien, die bereits seit einigen Jahren Hochkonjunktur haben.
Das vorliegende Buch will nicht nur in grundlegende Begriffe und
Argumentationen dieser Variante der Weltsystemtheorie einführen, sondern
ist gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit dem Modell Immanuel
Wallersteins und arbeitet seine grundlegenden Schwächen und Widersprüche
heraus.
Peter Imbusch: Mexiko. Entwicklungsstrategische Alternativen, Marburg: Verlag: Arbeit und Gesellschaft, 1988, 207 S.
Mexiko galt lange als eines der sich am erfolgreichsten
industrialisierenden Länder der Dritten Welt. Mit dem ‚milagro mexicano’
– dem mexikanischen Wunder – verbanden sich wesentlich ein seit den 40er
Jahren hohes Wirtschaftswachstum, ein hohes Maß an politischer und
wirtschaftlicher Stabilität und kaum nennenswerte soziale Unruhen trotz
scharfer sozialökonomischer Ungleichheiten. Heute dagegen ist die
nachholende Industrialisierung des Landes in eine Sackgasse geraten, deren
sinnfälligster Ausdruck die Verschuldungskrise ist.
Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage nach der Notwendigkeit dieser
Entwicklung angesichts einer ganzen Reihe von entwicklungsstrategischen
Alternativen für die Eliten des Landes. In bezug auf drei für die
mexikanische Gesellschaft besonders wichtigen Bereichen – der Rolle der
transnationalen Konzerne, des Erdölbooms und der Verschuldungskrise –
werden Handlungsspielräume und alternative Entwicklungsoptionen von Staat
und Eliten seit 1970 untersucht.
Warum scheiterte in den 70er Jahren eine effektive Regulierung der
multinationalen Unternehmen, obwohl sie für entscheidende ökonomische
Ungleichgewichte verantwortlich waren? Wie hätten die Einnahmen aus dem
mexikanischen Erdölexport in einem national und sozial verträglicheren
Sinne der Entwicklung des Landes zugute kommen können? Warum ist das Land
trotz hoher Erdöleinnahmen so immens verschuldet und was wären
Alternativen zur eingeschlagenen Austeritätspolitik gewesen? Welche Wege
führen heute aus der Krise?
Um diese und weitere Fragen zu beantworten müssen v.a. die internen
Kräfteverhältnisse und Machtverschiebungen im Staatsapparat und innerhalb
der Eliten des Landes untersucht werden.
Peter Imbusch (Hrsg.): Jugendliche als Täter und Opfer von Gewalt, Wiesbaden 2009, 294 S.
Das Buch präsentiert Beiträge, die sich mit dem Phänomen der Jugendgewalt vornehmlich in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Es analysiert Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen „Erster“ und „Dritter Welt“; es fragt nach den unterschiedlichen Kontexten der Gewalt; es setzt sich mit der schwierigen Lebens- und Überlebenssituation von Jugendlichen unter gewalttätigen gesellschaftlichen Bedingungen auseinander; es beleuchtet angesichts geringer Partizipationsmöglichkeiten die Rolle von Jugendlichen in Nachkriegsgesellschaften; und es zeichnet verunsichernde Diskurs- und Sicherheitsstrategien im Umgang mit Jugendlichen nach, welche die Jugendlichen eher diskriminieren als dazu beitragen, ihre Handlungen und Verhaltensweisen zu verstehen. Die beispielhaften Auseinandersetzungen mit der Thematik Jugend und Gewalt werden eingerahmt von Überlegungen zu den Hintergründen und Ursachen von Jugendgewalt sowie eher konzeptionellen Überlegungen zu den Innovationen der Gewaltforschung, die an jugendlichen Amokläufern und School Shootern exemplifiziert werden.
Ferdinand Sutterlüty / Peter Imbusch (Hrsg.): Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen, Frankfurt/M. und New York: Campus, 2008, 261 S.
Wenn Sozialforscher ihren Schreibtisch verlassen, um sich „ins Feld“ zu begeben, tauchen sie tief in unterschiedliche Sphären der Gesellschaft ein. Sie setzen sich dabei auch persönlichen Erfahrungen aus, die bei der späteren Veröffentlichung der Forschungsergebnisse gewöhnlich ausgeblendet werden. In diesem Buch erzählen Soziologinnen und Soziologen von solchen Abenteuern – zum Beispiel beim fremden Stamm der Wagnerianer, in der weiblichen Forschungsgruppe, bei freikirchlichen Zusammenkünften oder in der Halbwelt des Rotlichtmilieus. Die Episoden führen auf unterhaltsame Art vor Augen, von welchen verborgenen Regeln und Machtverhältnissen soziale Wirklichkeiten beherrscht sind.
Peter Imbusch / Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.): Integration – Desintegration. Ein Reader zur Ordnungsproblematik moderner Gesellschaften, Wiesbaden: VS-Verlag, 2008, 744 S.
Integration und Desintegration sind Phänomene von zentraler Bedeutung für moderne Gesellschaften. Die Frage, wie soziale Ordnung möglich ist, treibt die Soziologie seit ihren Anfängen um. Im Zuge der Globalisierung verschärft sich die Integrationsproblematik, weil Integration traditionell eine national-staatliche Rahmung besaß. Desintegrationsprozesse sind die Folge. Desintegration kann aber auch endogene Ursachen wie Individualisierung, Entsolidarisierung oder Erosion von Staatlichkeit haben. Der Reader versammelt klassische und neue Texte zur Integrations-/ Desintegrationsdebatte. Zu Beginn werden grundlegende Konzeptionen von Integration und verschiedene analytische Zugänge zur Desintegration vorgestellt. Es folgen Texte, die sich mit spezifischen Dimensionen der Integrations- und Desintegrationsdynamik (Anomie, Konflikt, Ausgrenzungen und Ungleichheiten, Kontrolle) befassen. Ein weiterer Abschnitt beleuchtet exemplarische Folgen von Desintegration. Abschließend geht es um die Wirksamkeit möglicher Integrationsmodi. Den einzelnen Kapiteln ist jeweils eine kurze Einführung zu den ausgewählten Texten vorangestellt.
Peter Imbusch / Dieter Rucht (Hrsg.), Profit oder Gemeinwohl? Fallstudien zur gesellschaftlichen Verantwortung von Wirtschaftseliten, VS Verlag, Wiesbaden 2007, 350 S.
Das Buch geht anhand von exemplarischen Fällen der Frage nach, ob und wie Wirtschaftseliten in Zeiten globaler Umbrüche und sozialer Verwerfungen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Auf der Basis eines Kategorienschemas, das unterschiedliche Stufen und Typen von Verantwortlichkeit differenziert, wird in neun Fallstudien danach gefragt, warum bzw. unter welchen Bedingungen die Wirtschaft Verantwortung übernimmt und wann bzw. warum sie dies ablehnt. Ausgewählt wurden der Fall Mannesmann/Vodafone, die Aktivitäten der Tabakindustrie gegen die zunehmenden Restriktionen des Rauchens, der Deutsche Corporate Governance Kodex, die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft zur Zwangsarbeiterentschädigung, das Tarifmodell 5000x5000 bei VW, das Gleichstellungsgesetz zur Frauenförderung in der Wirtschaft, das Projekt business@school der Boston Consulting Group, die Umweltrichtlinie EMAS und die sog. Schockwerbung von Benetton. Am Ende des Bandes stehen einige generalisierende Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Ursachen und Bedingungen der gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme der Wirtschaft und die Beweggründe ihres Engagements.
Peter Imbusch (Hrsg.): Gerechtigkeit – Demokratie – Frieden. Eindämmung oder Eskalation von Gewalt? Baden-Baden: Nomos, 2007, 350 S.
Das Buch behandelt die Frage nach den gewalteindämmenden oder gewaltfördernden Potenzialen von Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden. Friedens- und Konfliktforscher sind in der Regel normativ auf diese Leitbegriffe hin orientiert, erwarten sie sich doch von der Durchsetzung dieser Konzepte eine beträchtliche Eindämmung oder effektive Einhegung von Gewalt. Dies ist zumindest in theoretischer Hinsicht auch unstreitig. Zieht man allerdings die realpolitische Seite mit in Betracht, dann offenbaren sich auch die in den Konzeptionen steckenden Schwierigkeiten und Ambivalenzen: Über die „richtige“ Lesart von Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden wird bekanntlich heftig gestritten. Die unterschiedlichen Auffassungen hierzu produzieren wiederum Konflikte beträchtlichen Ausmaßes. Nicht zuletzt dienen Gerechtigkeit und Demokratie heute vielerorts dazu, Frieden auch gewaltsam durchzusetzen. Mit Beiträgen u.a. von Thorsten Bonacker, Thomas Gebauer, Michael Haspel, Wolfgang Heinz, Alfred Hirsch, Ted Honderich, Thomas Hoppe, Brigitte Young, Thomas Kesselring, Sabine Kurtenbach, Peter Waldmann und Andreas Zick.
Wilhelm Heitmeyer / Peter Imbusch (Hrsg.): Integrationspotenziale
moderner Gesellschaften, Wiesbaden: VS-Verlag, 2005.
Die Frage nach den Möglichkeiten und der Bedeutung sozialer Integration
ist nach den jüngsten Erfahrungen mit gesellschaftlichen
Desintegrationsprozessen wieder stärker in den Mittelpunkt
sozialwissenschaftlicher Debatten gerückt. Vor dem Hintergrund der
allgemeinen Integrationsproblematik moderner Gesellschaften und dem
Wissensfundus der unterschiedlichen Integrationstheorien werden zentrale
Aspekte der Integrations- und Anerkennungsproblematik behandelt, die sich
aus aktuellen Desintegrationstendenzen der Gesellschaft ergeben.
Der Band resümiert dabei v.a. theoretische Ergebnisse des Bielefelder
Forschungsverbundes „Desintegrationsprozesse moderner Gesellschaften“
und bildet den Auftakt zur Reihe „Integration und Desintegration in
modernen Gesellschaften“. Mit Beiträgen u.a. von Dieter Rucht, Sighard
Neckel, Roland Eckert, Gertrud Nunner-Winkler, Hans-Georg Soeffner,
Helmut Thome, Hartmut Häussermann, Klaus Boehnke, Michael Minkenberg,
Andreas Böttger, Kurt Möller, Helmut Willems und Wolfgang Kühnel.
Peter Imbusch / Dirk Messner / Detlef Nolte (Hrsg.): Chile heute.
Politik – Wirtschaft – Kultur, Frankfurt/M.: Vervuert-Verlag, 2004, 950 S.
Dieser Band gibt erstmals in deutscher Sprache einen fundierten Überblick
über die Entwicklung Chiles seit der Pinochet-Ära. In 45 Beiträgen
ausgewiesener Kenner und ausgehend von Artikeln über die höchst
unterschiedlichen geographischen Gegebenheiten des Landes und den Umgang
mit seinen natürlichen Ressourcen wird das Land in seiner Vielfalt
dargestellt.
„Chile heute“ bietet einen Einblick in die Geschichte, Religion, Politik,
Wirtschaft, Sozialstruktur des Landes sowie in die verschiedenen
Ausprägungen der Kultur wie etwa seiner Literatur und Musik. Nicht
zuletzt kommen auch die wechselhaften deutsch-chilenischen Beziehungen
zur Sprache.
Der Band dient nicht nur als landeskundlicher Studienführer für
Lateinamerikanisten, sondern soll auch als anspruchsvolles Handbuch und
Nachschlagewerk fungieren. Eine umfangreiche Chronologie zur Geschichte
Chiles sowie ein Sach- und Namensregister ermöglichen ein rasches
Nachschlagen und geben dem Leser eine solide Übersicht über die
behandelten Themenfelder.
Stefan Hradil / Peter Imbusch (Hrsg.): Oberschichten – Eliten –
Herrschende Klassen, Opladen: Leske und Budrich, 2002, 424 S.
Eliten stellen die wichtigsten und einflussreichsten Gruppierungen von
Gesellschaften dar. Dennoch ist wenig Substanzielles über sie bekannt.
Das Buch liefert konzeptionelle Grundlagen der Elitenforschung,
schildert, wie Eliten leben, welche internationalen Unterschiede bestehen
und ob wir auf dem Wege zu transnationalen Eliten sind.
Ausgehend von theoretischen und begrifflichen Überlegungen, welche die
Reichweiten, Stärken und Schwächen konzeptioneller Paradigmata
beleuchten, stehen in diesem Band zwei lang vernachlässigte Themengebiete
im Mittelpunkt: soziokulturelle und internationale Aspekte. So werden
Selbst- und Fremdbilder der Eliten, ihre Reproduktionsmuster und
Habitusformen, Lebensstile und Distinktionsstrategien sowie
soziopolitische Leitvorstellungen thematisiert. In international
vergleichenden Untersuchungen werden Rekrutierungs- und Karrierewege
sowie die Herausbildung transnationaler Eliten im Prozess der
Globalisierung analysiert
Peter Imbusch (Hrsg.): Macht und Herrschaft. Sozialwissenschaftliche
Konzeptionen und Theorien, Opladen: Leske und Budrich, 1998, 374 S.
Die inhaltliche Annäherung an Macht und Herrschaft in den
Sozialwissenschaften ist vielfältig gewesen. Dies reichte von
theoretischen Begriffsbildungen bis hin zu konkreten empirischen
Untersuchungen von Machtgebilden und Herrschaftszusammenhängen.
Im vorliegenden Band wird anhand zentraler Autoren und Themenfelder
der Soziologie und der Politikwissenschaft die Vieldeutigkeit
theoretischer Befunde und Konzeptionen von Macht und Herrschaft
verdeutlicht. Die einzelnen Beiträge arbeiten jeweils heraus, welche
inhaltliche Füllung diese Phänomene erfahren haben, wie sie
begrifflich differenziert wurden und wo die Besonderheiten und
Innovationen des jeweiligen Ansatzes zu sehen sind. Dabei scheint in
historischer Perspektive nicht nur eine Entwicklungsrichtung des Denkens
über Macht und Herrschaft durch, sondern es werden auch
Traditionslinien, Bezüge und mögliche Verknüpfungen deutlich.
Phänomene von Macht und Herrschaft werden in folgenden
Denkzusammenhängen erörtert: Politische Philosophie der frühen Neuzeit -
Karl Marx und Friedrich Engels – Gaetano Mosca und Vilfredo Pareto –
Max Weber – Antonio Gramsci – Max Horkheimer und Theodor W. Adorno –
Talcott Parsons – Hannah Arendt – Community Power – Niklas Luhmann –
Jürgen Habermas und Jean-Francois Lyotard – Pierre Bourdieu – Michel
Foucault – Neue sozialstrukturelle Ansätze – Internationale
Beziehungen – Internationale Politische Ökonomie – Feministische
Perspektiven – Internet
Peter Imbusch / Ralf Zoll (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung.
Eine Einführung, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage,
Wiesbaden: VS-Verlag, 2005, 585 S.
Die vorliegende Einführung in die Friedens- und Konfliktforschung ist für
die 3. Auflage erneut aktualisiert worden und enthält zudem eine Reihe
neuer Beiträge. Sie gibt einen Überblick über zentrale Themenfelder der
Friedens- und Konfliktforschung angefangen bei den Grundlagen
(Geschichte der Friedens- und Konfliktforschung, zentrale Begriffe,
Konflikttheorien und Studienangebote in Deutschland) über zahlreiche
Konfliktanalysen aus dem Bereich des internationalen Systems (Krieg und
Völkermord, Fundamentalismus und Wasserkonflikte, Migration) sowie der
Gesellschaft (Geschlechterkonflikte, demographische Konfliktpotenziale,
Arbeitsbeziehungen, Deutsche Vereinigung, Energiekonflikte etc.) bis hin
zu übergeordneten Fragen der Friedensethik, der Friedenserziehung und den
möglichen Formen der Konfliktregelung.
Rainer Dombois / Peter Imbusch / Hans-Joachim Lauth /
Peter Thiery (Hrsg.): Neoliberalismus und Arbeitsbeziehungen in
Lateinamerika, Frankfurt/M.: Vervuert-Verlag, 1997, 358 S.
Seit Beginn der 70er Jahre durchlaufen die lateinamerikanischen Länder
einen tiefgreifenden politisch-ökonomischen Transformationsprozess.
Nach und nach wurde das in die Krise geratene traditionelle
Entwicklungsmodell der importsubstituierenden Entwicklung aufgegeben
und von einem orthodoxen neoliberalen Entwicklungsmodell abgelöst. Der
globale Siegeszug des Neoliberalismus fand in Lateinamerika seinen
Ausgangspunkt, hier setzte er sich in einem krisenhaften, teils
gewaltsamen Prozess durch, der dramatische Auswirkungen im Inneren der
Länder zeitigte und dort zu beträchtlichen sozialen Verwerfungen
führte.
Der Band untersucht die Auswirkungen der neoliberalen Reformpolitiken
an einem zentralen Bereich der Gesellschaft: Im Mittelpunkt stehen die
Veränderungen der Arbeitsbeziehungen, der Arbeits- und
Beschäftigungsverhältnisse und ihre kollektiven Regelungsformen.
Dieser Bereich ist für eine exemplarische Analyse deshalb besonders
wichtig, weil die Art und Weise von Erwerbsarbeit die materiellen und
sozialen Existenzbedingungen der Menschen prägt; darüber hinaus kommen
in den Veränderungen der politisch-institutionellen Regelungsmuster
gesellschaftliche Kräfteverhältnisse zum Ausdruck, die sich ansonsten
nur selten in derartiger Offenheit zeigen und gesellschaftliche
Machtfragen und Herrschaftsaspekte berühren. Die Beiträge erörtern die
Umbrüche der Arbeitsbeziehungen in Argentinien, Brasilien, Chile und
Mexiko.
Dieter Boris / Nico Biver / Peter Imbusch / Ute Kampmann (Hrsg.):
Schuldenkrise und Dritte Welt. Stimmen aus der Peripherie,
Köln 1987, 239 S.
Hat die Dritte Welt ihre Wirtschafts- und Entwicklungskrise selbst
verschuldet? Worin bestehen deren Ursachen? Welche Auswege sehen die
armen Länder selbst? Wie können sie sich behaupten gegen westliche
Banken, Internationalen Währungsfonds, Weltbank und US-Administration?
Wie kann die Dritte Welt den Teufelskreis aus vermehrter
Krisenabwälzung und Abhängigkeit von den kapitalistischen Zentren
durchbrechen?
Das Buch dokumentiert prominente Stimmen aus der Dritten Welt und
stellt die wichtigsten internationalen Initiativen vor. In einer
ausführlichen Einleitung werden die Entstehung der Schuldenkrise,
ihre weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Zusammenhänge und ihre
inneren Auswirkungen auf die Länder der Dritten Welt sowie mögliche
Lösungsansätze untersucht.